Lucias

Sobald man Lucias gegenübertritt, versteht man sofort, warum sie bereits zweimal hintereinander zur schönsten Magierin des Jahres gewählt wurde. Auf Bildern sieht sie natürlich immer fantastisch aus, allerdings könnte man das bei den mittlerweile scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten der Bildbearbeitung wahrscheinlich über fast jeden sagen. Aber Lucias hat eine ganz besondere Ausstrahlung, die nur schwer zu beschreiben ist. Sie vermittelt einem das Gefühl, als würde man sich schon seit Jahren kennen. Sie hat ein unwiderstehliches Lächeln und ein offenes, freundliches Wesen. Wir haben uns in einem kleinen Café am Ufer eines großen Sees mit ihr getroffen. Ein sehr passender Ort, wenn man bedenkt, wo man sie im Spiel antrifft.


Hast du diesen Treffpunkt mit Absicht gewählt?

LUCIAS: Wegen des Wassers, meinst du? (lacht) Eigentlich nicht. Ich kenne diesen Ort seit Jahren und bin gern hier.


Aber die Abenteurer treffen unter Wasser auf deinen Charakter...

LUCIAS: Ja, bei dem Versuch, eine Gruppe von sieben mutigen Helden zusammenzustellen, die bereit sind, den Schurkenmagiern in Unterzahl die Stirn zu bieten, müssen sie auch den Meeresboden aufsuchen. Wirklich keine leichte Aufgabe. Mein Charakter versteckt sich vor all den Magiern, die sie besiegt hat, und vor Leuten, die sie aus Profilierungssucht herausfordern wollen. Sie ist immer auf der Hut und rechnet ständig damit, dass sich jemand an ihr rächen will. Sie hat sich sehr tief unten und sehr gut versteckt.


Im Spiel bist du die Meisterin der Musikmagie. Lass uns kurz bei diesem Thema bleiben. Wie funktioniert das? Inwiefern unterscheidet sie sich von herkömmlichen Magieformen und Manövern?

LUCIAS: Normalerweise arbeitet man als Magier mit den Elementen, entweder mit den bloßen Händen oder – im Fall der Manöver – mithilfe einer Waffe. Will man Musikmagie wirken, muss man ein Musikinstrument in der Hand haben. In diesem Fall ist der Zauber ein Lied, das auf diesem Instrument gespielt wird. Wenn die Musik durch die Luft hallt, beeinflusst sie jeden in Hörweite. Das sind jetzt natürlich nur die absoluten Grundlagen. Manche Lieder können nur auf einem bestimmten Instrument gespielt werden (zum Beispiel kann Heilmagie mithilfe von Blasinstrumenten gewirkt werden). Andere Lieder sind auf mehr als einem Instrument (zwei oder drei) gleichzeitig spielbar. So ergänzen sie einander und lassen den Zauber dadurch umso mächtiger werden.


Das hört sich kompliziert an. Es ist wahrscheinlich nicht anzunehmen, dass sich all unsere Spieler mit Musik auskennen.

LUCIAS: Das müssen sie auch gar nicht (wieder erklingt ihr helles Lachen und sie tätschelt sanft meine Hand). Genauso wenig müssen sich Spieler mit Schwertern oder dem Schleudern von Feuerbällen auskennen. Es ist eigentlich ganz einfach – du findest, sagen wir mal, eine Trompete auf dem Boden. Du nimmst sie auf wie jeden anderen Gegenstand und rüstest sie aus. Anschließend kannst du im Kampf (oder auch außerhalb des Kampfes) auf das Musikmagie-Symbol tippen, um eine Liste von Liedern aufzurufen, die mit diesem Instrument gespielt werden können (d.h. das Instrument spielt einen Teil eines bestimmten Lieds). Damit erzielt man schon mal einen moderaten Effekt. Drückt man jetzt aber einem anderen Charakter eine Violine und einem nächsten eine Trommel in die Hand und wählt für alle dasselbe Lied aus der Liste aus, dann spielen alle drei z. B. Berserker und der Rest der Gruppe verwandelt sich in unaufhaltbare Kampfmaschinen.


Das klingt großartig. Aber was passiert, wenn Charaktere unterschiedliche Lieder wählen. Das muss sich ja furchtbar anhören.

GRIMM: Da hast du natürlich recht. Und deshalb ist das glücklicherweise auch gar nicht möglich. Man kann immer nur ein Lied zu einer bestimmten Zeit spielen (allerdings auf unterschiedlichen Instrumenten). Sobald ein anderer Charakter ein neues Leid spielt, hört der erste Magier auf. Außerdem nimmt der Effekt der Musik mit zunehmender Entfernung ab. Rein hypothetisch könnten auch zwei Magier zugleich dasselbe Lied auf dem gleichen Instrument spielen. Aber das würde den Effekt nicht verstärken. Technisch gesehen ist es zwar möglich, aber wenn es überhaupt etwas bringt, dann klärt es höchstens die Frage, wie viel Energie man zu verschwenden bereit ist.


Das reicht sicher fürs Erste in Sachen Musikmagie. Darf ich dich zum Schluss noch fragen, welcher dein Lieblingsmusikzauber ist?

LUCIAS: Wahrscheinlich „Wiederbelebung“, obwohl es ganz schön gruselig sein kann, dabei zuzusehen... Immerhin sieht man einen Toten am Boden liegen, der plötzlich wieder aufsteht. Vielleicht nehme ich doch besser einen anderen! Mein Lieblingszauber heißt „Moses“. Damit kannst du riesige Wassermassen direkt vor dir teilen und trockenen Fußes hindurchlaufen. Das ist wirklich aufregend!


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